Die Grafik zeigt, welche Kompetenzen Führungskräfte haben müssen.

Reicht Fachkompetenz aus, um Mitarbeiter zu führen?

Fachwissen hat in Deutschland hohes Ansehen. Experten, am besten mit Promotion, haben einen Trust-Bonus. Aber: Reicht Fachkompetenz aus, um Mitarbeiter zu führen?

Zwar ist Fachwissen unverzichtbar für die untere Führungsebene, um Fortschritte in Projekten zu verstehen, den Output zu beurteilen und um Denkanstöße für neue Ansätze zu geben. Doch bereits für die mittlere Führungsebene und definitiv für das Top-Management verschieben sich die Schlüsselqualifikationen. Quer über alle Ebenen bleibt eine Fähigkeit gleich: die zur sozialen Kompetenz und Persönlichkeit.

In der Praxis musste ich oft feststellen, dass es Führungskräften an Know-how und Erfahrung mangelt, was Mitarbeiterführung bedeutet und wie man sie umsetzt. Kontrolle und Top-down-gesteuerte Arbeitsanweisungen sind immer noch weit verbreitet. Der Kicker im Foyer, der Obstkorb in der Kaffeeküche, die Grillfeier auf der Dachterrasse oder das Feng-Shui-Büro sind eben nicht die Kriterien für gute Mitarbeiterführung.

Menschen lassen sich nicht über einen Kamm scheren – für manche Mitarbeiter ist Vertrauen wichtig und dass sie beim Arbeiten möglichst freie Hand haben, andere fühlen sich in vorgegebenen Prozessen wohl und können nur so ihr volles Potenzial ausschöpfen.

Ich möchte Führungskräfte zu mehr „Sozialkompetenz“ ermutigen, denn meine Praxiserfahrungen zeigen, dass sie mit dieser Haltung einen Ort schaffen, an dem Menschen gern und motiviert arbeiten.